PACH - METHODE - 3/2026

19.01.26 18:30:00 - Kommentar(e) - Von Andrea

Warum unser Gehirn Raum braucht, bevor es handeln kann

Wir handeln oft schnell. 

Zu schnell. 
Entscheidungen fallen, Bewegungen beginnen, Worte werden gesprochen – 

manchmal ohne dass wir uns bewusst sind, wo wir uns eigentlich befinden. 

Dabei ist Raum kein passiver Hintergrund unseres Handelns. 

Für das Gehirn ist er eine zentrale Orientierungsgröße.

An der Orgel wird das unmittelbar erfahrbar. Klang entsteht hier nicht nur durch Bewegung, sondern durch Ausbreitung. Er braucht Raum, um sich zu entfalten, um zurückzukehren, um Wirkung zu erzeugen.
Der Organist spielt nicht gegen den Raum, sondern mit ihm. Noch bevor eine Taste gedrückt wird, richtet sich der Körper räumlich aus.


Neurowissenschaftlich ist diese Vorbereitung gut belegt. Räumliche Wahrnehmung wird vor allem im parietalen Kortex verarbeitet und steht in enger Verbindung mit der motorischen Planung. Bewegungen, die ohne räumliche Orientierung ausgeführt werden, benötigen mehr Korrekturschleifen. Das Gehirn muss nachjustieren, kompensieren, korrigieren.

Wird der Raum hingegen vorab wahrgenommen, reduziert sich diese neuronale Mehrarbeit. Handlung wird präziser, ruhiger und ökonomischer. Raumwahrnehmung entlastet das Nervensystem.

Die Orgel zwingt den Menschen genau dazu. Der Klang macht den Raum hörbar. Wer ihn ignoriert, verliert Orientierung. Wer ihn einbezieht, gewinnt Übersicht.

Dieses Prinzip lässt sich unmittelbar auf den Alltag übertragen. Auch dort handeln wir oft, ohne uns innerlich zu verorten. Wir beginnen Gespräche, Aufgaben oder Entscheidungen, ohne den „inneren Raum“ wahrzunehmen, in dem wir uns befinden.



Die PACH-Methode setzt genau hier an.
Präsenz bedeutet, sich selbst im Raum wahrzunehmen.
Achtsamkeit öffnet die Wahrnehmung für Innen- und Außenraum.
Co-Koordination verbindet Körper, Wahrnehmung und Handlung.
Harmonie entsteht, wenn Bewegung räumlich eingebettet ist.

Vielleicht verändert sich unser Handeln, wenn wir uns vor dem Tun einen Moment Raum erlauben. 

Nicht als Verzögerung – 

sondern als Vorbereitung.

https://de.wikipedia.org/wiki/Andrea_Pach

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