PACH - METHODE - Vorlage

27.12.25 15:32:53 - Kommentar(e) - Von Andrea

Warum Lernen ohne Bewegung dem Gehirn im Weg steht

Lernen wird in vielen Kontexten mit Stillhalten gleichgesetzt.
Ruhig sitzen, sich konzentrieren, den Körper möglichst nicht bewegen.
Diese Vorstellung ist tief verankert – und neurobiologisch problematisch.

Das Gehirn lernt nicht isoliert.
Es lernt immer im Zusammenspiel mit dem Körper.
Bewegung ist kein Störfaktor des Lernens, sondern eine seiner wichtigsten Voraussetzungen.




An der Orgel wird dieses Prinzip unmittelbar erfahrbar.
Noch bevor ein Ton erklingt, beginnt der Körper, sich innerlich zu organisieren. Gewicht, Spannung und Ausrichtung verändern sich. Lernen findet hier nicht erst im Spiel statt, sondern bereits in der Vorbereitung.


Neurowissenschaftlich betrachtet ist Lernen eng mit sensomotorischen Prozessen verknüpft. Neue Informationen werden besser verankert, wenn sie mit Bewegung gekoppelt sind. Das Gehirn nutzt den Körper als Resonanzraum, um Bedeutungen zu stabilisieren.

Stillstand signalisiert dem Nervensystem Sicherheit – aber keine Entwicklung. Bewegung hingegen erzeugt leichte Instabilität. Und genau diese Instabilität fördert neuronale Plastizität.

Die Orgel zwingt Lernende, diese Wahrheit zu akzeptieren. Komplexe Koordination ist nur möglich, wenn der Körper beteiligt bleibt. Wer Bewegung unterdrückt, erschwert Lernen.

Dieses Prinzip gilt auch jenseits der Musik. Beim Lesen, Denken, Verstehen. Kleine Bewegungen, Gehen, Haltungswechsel – all das unterstützt neuronale Vernetzung.



In der PACH-Methode wird Lernen daher nicht vom Körper getrennt.
Präsenz entsteht durch körperliche Beteiligung.
Achtsamkeit erlaubt feine Selbstregulation.
Co-Koordination verknüpft Wahrnehmung und Bewegung.
Harmonie zeigt sich, wenn Lernen fließt statt blockiert.





Vielleicht dürfen wir Lernen neu verstehen.
Nicht als disziplinierte Ruhe.
Sondern als lebendigen Prozess.




https://de.wikipedia.org/wiki/Andrea_Pach

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